7. Stellen

Baron Gautsch

B. Gautsch, Unterdeck
Vielleicht ist eine der größten Katastrophen in der Adria, der Untergang des Schiffes „Baron GAUTSCH”. Erbaut wurde das Schiff 1908 in England, für den größten Seefrachtführer „Österreichischer Lloyd“ an der Adria. Die Länge des Schiffes betrug 84,5 m und die Breite 11,8 m. Die Stärke der Dampfmaschinen betrug 4600 PS bei einer Geschwindigkeit von 17 Knoten. Das einst moderne Schiff, der Stolz der österreichischen Passagierflotte, hatte eine Route von Kotor bis Triest und zurück. Am 11. August 1914 hat es sich auf seine letzte Reise vom Kai in Kotor begeben. Es war voll mit Passagieren. Der Krieg hatte gerade begonnen und eine Menge von Menschen floh in den Norden. Der Kapitän des „Baron Gautsch“ hatte ein genaues Verzeichnis der Minenfelder vor den Eingängen der großen Häfen. Das Wetter war am Nachmittag des 13. August 1914 ideal, schwül und still. Die Passagiere kühlten sich mit Wasser ab. Der Kapitän wurde von der Militärmacht nicht benachrichtigt, dass zwei Tage zuvor am Eingang des Rovinjer Hafens neue Minen gelegt wurden. Unweit von Rovinj stieß das Schiff auf eine Mine im offenen Meer. Es sank in wenigen Minuten und zog all diejenigen, die in seiner Nähe schwammen mit sich in die Tiefe. Noch ein Umstand tötete viele: es war eines der ersten Schiffe das mit Schweröl betrieben wurde. Bei der Explosion floss es in das Meer und ein riesengroßer, klebriger Ölteppich entstand, der verhinderte, dass man sich durch Wegschwimmen retten konnte. Die Havarie war von Rovinj aus zu beobachten, aber keiner konnte helfen, weil nur Militärkreisen die Minenfelder bekannt waren. Kriegsschiffe eilten zu Hilfe. Veröffentlicht wurde eine Zahl von 274 Todesopfern, jedoch vermutet man, dass es sich um mindestens doppelt so viele gehandelt hat. Kapitän Winter wurde angeklagt, aber seine Schuld wurde nicht bewiesen. Heute scheint es, als ob der Ruhm der Österreichischen Monarchie, die bald verschwand, mit dem Schiff „Baron Gautsch“ für immer unterging.

Tauchbeschreibung

Die Besichtigung des Schiffes beginnt man in Richtung des offenen Meeres, 6 nm südwestlich des Leuchtturmes „Sv. Ivan na pučini“. Das Boot verankert man an einer bereits gesetzen Boje, an der sich die Taucher beim Abtauchen in das Blaue direkt auf das Schiff herablassen. Während man in die Tiefe absinkt ist das Oberdeck in 28 Metern, das erste was man bemerkt und das Schiff liegt aufrecht auf dem Sandgrund in einer Tiefe von 40 Metern. Die Besichtigung des Schiffes ist am besten vom Heck aus über das Oberdeck in Richtung des Bugs zu beginnen. Nach der Außenbesichtigung des Schiffes bekommt man ein sehr angenehmes Gefühl vom Aufenthalt im Wrack, während man sich in das Oberdeck begibt, wo das Stahlgerippe übriggeblieben ist, wegen des Effekts eines gleichmäßigen Lichteinfalls von allen Seiten. Dieser Raum ist sehr geräumig und nicht sehr anspruchsvoll für fortgeschrittenere Taucher. Der Rumpf ist gut erhalten, doch in der Mitte der linken Seite des Schiffes kann man ein großes Loch bemerken, das die Minenexplosion verursachte. Da das Schiff sehr gut erhalten ist, handelt es sich um ein ausgesprochen interessantes Tauchen. Die Sicht ist wechselhaft sowie die Meersströmungen, die sehr stark sein können. Das Schiff steht unter Schutz des Kulturministeriums der Republik Kroatien, wobei das Tauchen nur mit autorisierten Tauchzentren erlaubt ist.

Meeresleben

„Baron Gautsch“ ist jetzt ein künstlicher Morast, auf dem viele Pflanzenund Tierarten ihr Zuhause gefunden haben. Schwärme von Schnauzenbrassen, Zwergdorschen, Laxierfischen, Mönchfischen über dem Schiff sowie auf dem Deck Große Drachenköpfe, Geissbrassen, Bunte Springkrebse, verschiedene Korallen, Manteltiere und Schwämme, machen dieses Schiff zu einem angenehmen Lebensraum für viele Bewohner der Untersee.


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Tauchstellentiefe
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40

Stellen

GPS: N 44 56 25 | E 13 24 50 »
naheste Ortschaft: Rovinj
Entfernung: 12.5 nm

Allgemeine Charakteristiken

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